Jan 30 2011

Forum Lokaljournalismus 2011: Ratlosigkeit auf dem Höhepunkt

Kategorie: Allgemein, Medien, Zeitungadmin @ 10:52

Wohin geht die Reise für die lokalen Printmedien? Alljährlich um diese Zeit machen sich die Blattmacher auf einer großen Tagung Gedanken über die eigene Zukunft. 2011 ist die Entwicklungsrichtung unklarer denn je. Sven Gösmann, Chefredakteur der Rheinische Post, sprach manchem aus der Seele: Er habe genug von Zeitungskongressen, in denen es hauptsächlich um Facebook und Twitter gehe.

[28. Januar] 2010 war die Kunde von der Präsentation des iPad mitten in diese vom Projektteam Lokaljournalismus organisierte Tagung eingeschlagen. Jetzt in Waiblingen, nur ein Jahr später, war die Zuversicht schon wieder begraben. Da gab es keine große Diskussion mehr: Zahlende Online-Kunden zählen bei den meisten Zeitungen gerade mal nach Hunderten – weniger zumeist, als die Printauflagen verlieren. Die Apps in ihrer heutigen Form werden nicht die Lösung bringen für das Problem, mit Zeitungsinhalten im Netz Geld zu verdienen. Wenn es eine solche Lösung denn überhaupt gibt. Die Ratlosigkeit hat ihren Höhepunkt erreicht.

Man fühlt sich sich hin und hergerissen zwischen dem eigenen publizistischen Anspruch, der vom Veranstalter, der Bundeszentrale für politische Bildung, beschworenen Verantwortung für die Demokratie, und einem Vermarktungssdenken, wie es Bart Brouwers, Chefredakteur Lokaal Online, aus den Niederlanden propagierte: Bevor man hyperlokale Informationen im Netz anbietet, muss das Geschäftsmodell klar sein. Und da kennt er wenig Bedenken – auch Formate, die die Trennung von Werbung und Anzeige aufheben, bezahlte Texte, die für den Leser nicht als solche erkennbar sind, sollen Geld hereinbringen. Auch wenn sie in der Praxis täglich alle ihre Kompromisse machen mit den den ungeliebten Kollektiven, den reaktionen Zugaben für Anzeigenkunden und den PR-Anliegen der Pressemitteilungen – so weit möchte denn doch kaum einer gehen.

Wieder stärker um das Printprodukt kümmern”

Nach wie vor wird experimentiert. Da werden Redaktionsstrukturen auf den Kopf gestellt, arbeiten schrumpfende oder doch stagnierende Redaktionsteams immer mehr, um die die Online-Schiene zu bedienen, um Themen crossmedia umzusetzen, um Social Media auszuprobieren. Von Aufbruchstimmung aber ist nicht zu spüren, eher von von Resignation. So mehren sich die Appelle, sich wieder stärker um das Printprodukt kümmern. Man müsse sich wieder mehr um journalistisches Handwerk kümmern, sich auf bewährte Werte besinnen, Geschichten erzählen, auf den Lesernutzen achten. „Zehn Jahre wird unser Geschäftsmodell schon noch tragen”, ein bezeichnender Satz. Den meisten der versammelten Chefredakteure und Funktionsträger der Lokalzeitungen reicht das. Deutsche Zeitungsredaktionen sind überaltert, Grauköpfe haben das Sagen in den Chefetagen.

Nicht dass der Wille zur Innovation generell fehlte. Wer etwa Hans-Jörg Zürn, Verlagsleiter und Chefredakteur der Sindelfinger/Böblinger Zeitung, über die mehr als Tausende Facebookfans des Blattes und ihren Nutzen schwärmen hört, vergisst seine grauen Haare. Bezogen auf die Reichweite hat kein anderes deutschen Printmedium mehr Erfolg, locker hat man Spiegel und Bild abgehängt. Die Fans sind großenteils jung und keine Abonnenten. Ganz nebenbei bedient die 12-Mann-Redaktion den Online-Aufritt und die Sozialen Medien – eine Online-Redaktion gibt es nicht. 100.000 Euro glaubt Zürn im laufenden Jahr im Netz zusätzlich erlösen zu können. Ob solche Aktivitäten die Auflage sichern helfen – man weiß es nicht.

So ist das auch beispielsweise bei der in Koblenz ansässigen Rhein-Zeitung, die inzwischen crossmedial so gut unterwegs ist, dass ihre aktuellen Videoberichts den SWR manchmal alt aussehen lassen. Die Redaktion und die beiden Chefredakteure twittern und posten auf Facebook, was das Zeug hält, und was in der Social-Media-Welt regional von Interesse ist, findet sich auch im Blatt wieder. Der Ruf der Rhein-Zeitung als Experimentallabor des deutschen Lokaljournalismus ist hervorragend, wie sich die Abonnentenzahlen entwickeln, wird man sehen müssen.

In den Redaktionen gibt es durchaus Bereitschaft, neue Wege auszuprobieren. Für ein systematisches Innovationmanagent allerdings, wie es Gäste aus der Wissenschaft einforderten, fehlen Geld, Energie und oft auch Einsicht. Junge Journalisten, die wirklich im Netz leben – die traf man in Waiblingen kaum. Die neue Konkurrenz aus dem Netz erst recht nicht, die langsam auch in der Region und im Lokalen Segment für Segment aus dem Markt der örtlichen Zeitungen herausschneidet. Da lässt man sich lieber per Powerpoint präsentieren, wie sich die lokalen Märkte in USA und Großbritannien entwickeln, und schaudert bei dem Gedanken, dass AOL oder sonst jemand auch in jede größere Stadt einen Redakteur installieren könnte, der zum lokalen Geschehen bloggt.

Kein Monopolgeschäft mehr

Der schmerzliche Einsicht: Das traditionelle Kerngeschäft lokaler und regionaler Nachrichten ist eben kein Monopolgeschäft mehr, es trägt alleine, journalistische Qualität hin oder her, auf Dauer nicht mehr. Die Konsequenz liegt in der von der Beraterin Katja Riefler vorgetragenen Forderung, in der Weiterentwicklung der Apps das einheitliche Produkt „Zeitung” zielgruppendifferenziert aufzufächern. Die Verlagsberaterin von RiSolutions warnte ausdrücklich davor, komplette Zeitungsinhalte als App verkaufen zu wollen. Gute und damit erfolgreiche Anwendungen für Handy und Tablet PC müssten einfach und zielgruppenorientiert sein. “Eine junge Mutter erreiche ich mit anderen Inhalten als einen Geschäftsmann.” Und es sei sinnvoll, sich aktiv in bestehende Angebote einzuklinken, die regionale Informationen bündeln, über Facebook und Twitter mit denen eigenen Kunden zu kommunizieren.

Die Genzen des Mediums hinter sich lassen, diese Konsequenz mögen wohl die meisten nicht ziehen. Die kurzzeitige Begeisterung der Zeitungsmacher über die Apps, so schreib es Lorenz Lorenz-Mayer von der Fachhochschule Darmstadt den Zeitungsmachern ins Stammbuch, sei nichts als die Freude darüber gewesen, damit innerhalb der Grenzen des vertrauten Produkts verbleiben zu können – mit einem konfektionierten Strauß an Inhalten, mit festen Redaktionsschlusszeiten und allem, was dazu gehört. Genau das aber findet in der neuen Medienwelt unserer Tage immer weniger zahlende Kundschaft. Das begriff der eine oder andere vielleicht zum ersten Mal beim Vortrag des Psychologen Jens Lönnecker von Medienforschungsinstitut Rheingold. Die Menschen haben sich verändert. Die schematisierten Tagesabläufe und berechenbaren Verhaltensweisen früherer Jahrzehnte, in denen die lokale Zeitung ihren Stellenwert hatte, gibt es nicht mehr.

Die Menschen gestalten ihr Leben viel freier, sie nutzen Gestaltungsfreiräume in vielfältiger Weise. Ein wesentliches Merkmal dieser Situation, so Lönnecker, sei eine permanente Selbstüberforderung. In ihrem Tagesablauf nehmen sich viele Menschen weit mehr vor, als sie bewältigen können. Die Zeitung passt nicht mehr so recht in in diese Tagesplanungen. Zu viel anderes fordert Aufmerksamkeit, kabbert am Zeitbudget. Wer Information braucht, holt sich sich heute sehr viel gezielter von einschlägigen Newsaggregatoren. Und was den Lokalzeitungsmachern besonders zu denken geben muss: Was ist für heutige Menschen noch Heimat? Zu junge zumal, die mobil sind und in Facebook zuhause, die „Freunde” auf der ganzen Welt haben? Für sie ist der lokale Raum nicht mehr gar so wichtig, muss der Heimatbegriff anders gefasst werden. Doch was heißt das praktisch?

Grenzen des Mediums hinter sich lassen

Es verlangt zum einen, dass die Journalisten sich im direkten Gespräch, im Dialog mit ihren Leser für die Themen öffnen, die diesen gerade unter den Nägeln brennen – ob diese im Verbreitungsgebiet spielen oder nicht. Und je mehr Nachrichten alle Medienkanäle fluten, desto wichtiger wird eine Instanz, die in der Lage ist, Hintergründe zu erklären, Zusammenhänge aufzuzeigen, auch begründet Positionen zu beziehen. Und das über alle verfügbaren Medienkanäle. Alles, was sich an Service und Dienstleistungen für den Leser mit diesem Anliegen verträgt und zur Finanzierung des journalistischen Anliegen beiträgt, ist gut. Alles was die journalistische Qualität und Glaubwürdigkeit des Medium untergräbt, ist kontraproduktiv, auch wenn es Geld in die Kasse bringt.

Denn zusätzlich zur Berichterstatterpflicht wächst dem Moderieren unterschiedlicher, oft widerstrebender Anliegen im Lokalen immer mehr Bedeutung zu. Oder wie es Thomas Krüger, der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung formulierte: „Die Lokalpresse – das hat vor allem die Debatte um Stuttgart 21 verdeutlicht – muss wieder mehr am Puls der Bürger sein und Volkes Stimme lauschen, wenn sie ihre Rolle als Kompass und Navigator behaupten will. An Stuttgart 21 hat sich letztlich gezeigt, welche überregionale Dynamik ein lokales Geschehen entwickeln kann – und das begreife ich als großartige Perspektive für einen Lokaljournalismus, der bürgernah und interaktiv sein will. Wenn es gelingt, solche notwendigen Diskussionsprozesse noch stärker anzustoßen und soziale Bewegungen zur Zufriedenheit möglichst vieler Bürger zu moderieren, sind wir vielleicht schon auf dem goldrichtigen Weg.”

Ob diese Eingliederung an eine neue Dialogkultur lokale Tageszeitungen in größerem Umfang auf Dauer retten wird, wird sich zeigen müssen. Weitermachen wie bisher ganz sicher läuft auf darauf hinaus, sich auf jeden Fall überflüssig zu machen. (mb)

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Apr 29 2010

Web 2.0 Kanäle sind keine Medien

Kategorie: Allgemeinadmin @ 12:10

(MB) Die Runde ist 25 Teilnehmer stark und höchst gespannt. Alles „Kommunikationsverantwortliche“ – teilweise langjährig und manche hochrangig. Sie haben sich einen Fachmann für das „Web 2.0“ eingeladen. „Erfolgreiche Medienarbeit im Netz. Das PR-Potential von Weblogs, Podcasts, Twitter, Facebook & Co.“ Das möchten Sie nun endlich gerne erklärt bekommen – im April 2010 mitten in Deutschland. Es steht immer noch schlecht um das Wissen über die Tragweite der medialen und gesellschaftlichen Veränderungen durch das Netz; von strategischen Vorstellungen über die Weiterentwicklung der eigenen Arbeit ganz zu schweigen.

„Das kommt auf uns zu“, heißt es. Dabei sind die Veränderungen längst da, jeder kann sie sehen. “Wir müssen endlich die neuen Kanäle nutzen – machen Sie mal!“ Wenn diese Anordnung von oben kommt, macht sie nichts besser. Denn Sie ist nicht von irgendwelchen Einsichten getragen. Ein wenig ist es wie vor 15 Jahren, als die Bosse alle einen Internetauftritt haben wollten. Viele Unternehmen kann man heute noch danach fragen, welche Funktion denn ihr Internetauftritt in der Gesamtkommunikation, im Marketing hat. Da kommt nichts Erhellendes. Und nun gar Weblog, Facebook, Twitter und Co?

Es ist gar nicht so leicht zu erklären, dass schon die Frage nach den „PR-Potenzial“ einer sozialen Plattform falsch gestellt ist. Das Internet ist so wenig ein Medium wie ein Stück Papier oder das technische Gerät, das digitale Signale in Bilder und Töne umsetzen kann. Und im Grund gilt das für Youtube, Facebook und so weiter ganz genauso. Das ist eine technische Plattform, auf der hunderttausende, Millionen von Menschen die verrücktesten Dinge treiben können. Es ist wie ein Marktplatz oder wie eine riesige Veranstaltung, wo man gegen Entgelt einen Stand aufbauen kann. Wer es richtig anstellt, kann hier vielen Menschen etwas andrehen, werben, missionieren, sogar Leute kennenlernen.
Das hat aber einige Voraussetzungen: Zu einem muss ich natürlich auf dem richtigen Marktplatz sein. Am Rande eines Pop-Openair Stützstrümpfe verkaufen zu wollen, wird wenig bringen. Wenn ich also Soziale Plattformen im Web nutzen will, muss ich wissen, was ich dort überhaupt will, und herausbekommen, wo sich meine Zielgruppen herumtreiben. Das ist platt – es ist das alte Marketingproblem. Ich kann einiges an Informationen über die Userschaft der verschiedenen Plattformen heranziehen. Vor allem aber muss ich im Netz unterwegs sein, und es praktisch ausprobieren.
Noch viel weniger klar ist eine andere Voraussetzung: Im Netz ist die Art und Weise, wie ich kommuniziere, mindestens ebenso wichtig wie das, was ich zu bieten habe. Die Netzbewohner sind schon eine neue Gattung Mensch – sie stellen Anforderungen, sie wollen Offenheit, Klarheit, kein Marketingkauderwelsch und keine abgewogenen Kommuniqués. Sie wollen nicht beschallt werden, sondern das Gespräch. Sie wollen keine anonymen Verlautbarungen, sondern authentische Menschen als Gesprächspartner. Das ist die eigentliche Herausforderung, der viele – vielleicht die meisten -  Unternehmen nicht gewachsen sind.
Die Frage heißt nicht: Wie groß ist das PR-Potential von Youtube oder Twitter, sondern – bin ich überhaupt in der Lage, dort interessante Angebote zu machen, die Tonalität des Dialogs zu treffen, die nötige Authentizität zu vermitteln? Nochmal: Soziale Plattformen sind eben kein Medium, und es gibt nicht – wie bei den alten Medienkanälen – die redaktionelle Profis, die PR-Informationen medien- und zielgruppenadäquat selektieren, bearbeiten und präsentieren. Meine Facebook-Präsenz ist das Medium, ich muss sie gestalten und Erfolg oder Misserfolg alleine mir zuschreiben. Sich öffnen, wirklichen Dialog aufnehmen – und mit den Folgen umgehen, die das auch für die internen Verhältnisse hat.

Während sich die einen öffnen und intern wie extern die neuen Chancen nutzen, versuchen andere, ihre Mitarbeiter schon im Arbeitsvertrag darauf zu verpflichten, am besten gar nicht im Web 2.0 aktiv zu werden und wenn doch, dann kein Wort über Beruf und Arbeitgeber zu verlieren. Da begreifen Unternehmensstrategen einmal mehr die Welt nicht und sehen nicht, wohin die Reise geht. Das Gegenteil wäre richtig: Alle Mitarbeiter werden ermutigt, als Botschafter und Sympathieträger des Unternehmens im Netz aktiv zu werden. Natürlich bekommen Sie dafür Anleitungen – siehe die Social Media Guidelines von Coca Cola.

Die wirklich im Web erfolgreichen Unternehmen – etwa Lufthansa, CocaCola – stützen sich auf Heerscharen von Mitarbeitern, die im Netz unterwegs sind – intern wie extern. Wer allerdings meint, jede Äußerung der Mitarbeiter im Netz kontrollieren und zensieren zu müssen, sollte es lieber gleich lassen. Natürlich hat das ein Unternehmen nicht mehr völlig unter Kontrolle – aber was schadet das? Hier sind Menschen aus Fleisch und Blut, die sich für etwas engagieren – keine seelenlosen Roboter. Und gerade das wirkt positiv.

Um es kurz zu machen: Die paar Mitarbeiter der Kommunikation können die neuen Kanäle im Netz nicht bespielen. Das müssen die Chefs ran, da müssen die Fachleute ran, da müssen so viele Mitarbeiter wie möglicih Offenheit muss sein, Gelassenheit. Das gesamte Unternehmen muss seine Kommunikationskultur als eine entscheidende Grundlage für das Gelingen von Unternehmensprozessen begreifen lernen.

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Mrz 12 2010

Journalismus & Social Media - neue Studie aus Österreich

Kategorie: Allgemein, Medienadmin @ 12:14

(nsb) – Die Agentur IKP – PR und Lobbying in Wien hat jetzt in Kooperation mit der Fachzeitschrift Der Österreichische Journalist eine neue Studie zum Verhalten von Journalismus und Social Media veröffentlicht. In der Studie untersuchen die Autoren Günther Brandstetter und Peter Hörschinger, wie sich Journalisten unter anderem Social Media-Plattformen für ihre tägliche Arbeit zu nutze machen und was dies darüber hinaus für die PR bedeutet. Die Untersuchung stützt sich auf repräsentative Angaben von 411 Journalisten und 134 Kommunikationsexperten.

Besonders interessant ist der untersuchte Aspekt, welchen Einfluss Social Media auf die entsprechenden Berufsbilder und die Professionen hat. Österreichs Journalisten und Kommunikationsexperten nutzen überdurchschnittlich häufig Social Media-Plattformen: Rund acht von zehn Befragten sind bei zumindest einem Anbieter wie „facebook“, „Xing“, Twitter“, „YouTube“ oder „MeinVZ“ persönlich vertreten. Im Vergleich dazu liegt – laut dem Austrian Internet Monitor der ORF-Medienforschung – der Gesamtschnitt der österreichischen Internetnutzer, die webbasierte soziale Netzwerke verwenden, lediglich bei 32 Prozent.

Die Autoren der Studie schätzen, dass in allen Bereichen der traditionellen journalistischen Praxis die Bedeutung von Social Media-Plattformen zunehmen wird: In erster Linie sehen sie eine steigende Relevanz für die Reichweite bzw. Leserstruktur (73%), gefolgt von den redaktionellen Inhalten (70%) und Abläufen (61%) sowie im Bereich Wirtschaftlichkeit/ Annoncengeschäft (59%). – Die komplette Studie ist als PDF verfügbar unter: http://news.prva.at/wp-content/uploads/ikp_Journalismus_Web20.pdf

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Mrz 04 2010

Bewegtbildangebot: “Es fehlt nach wie vor an Fachkenntnis und Experten”

Kategorie: Allgemein, Medienadmin @ 13:00

(nsb) Ein gemischtes Fazit zieht Kai Flatau, Fachgruppensprecher newTV und Mit-Initiator der newTV-Aktivitäten bei Hamburg@work nach dem 2. newTV-Kongress in der Elbmetropole. Rund 200 Fachleute hatten sich in Hamburg getroffen, um über TV-on-demand, IPTV, Bewegtbildeinsatz in den Social Media und anderes zu diskutieren. Das Interview führte Oliver-Hein Behrens exklusiv für www.medienhandbuch.de:

“Es ist absehbar, dass Bewegtbild im Social Media Umfeld eine immer stärkere Rolle spielen wird. Schließlich können bestimmte Zielgruppen nirgends so gezielt angesprochen werden wie hier. Youtube als das Social Media Videonetzwerk schlechthin zeigt uns schon heute die Bedeutung in diesem Segment. Aber auch die klassischen TV-Stationen werden zunehmend die Verbindung ihres Programms mit der Social Media Welt vorantreiben. So arbeitet die BBC gemeinsam mit anderen britischen TV-Sendern bereits an dem Projekt Canvas. Dahinter steckt die Idee, die TV-Industrie hinter einer offenen IPTV-Plattform zu vereinheitlichen. Überdies ist die Einbindung anderer Internet-Services und Social-Networks möglich.” (hier ein Videolink: http://www.youtube.com/watch?v=B1W9ACIzwEk)

Das komplette Interview: http://www.medienhandbuch.de/news/bewegtbildangebot-es-fehlt-nach-wie-vor-an-fach-kenntnis-und-experten-exklusiv-35218.html

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Feb 25 2010

“Standardkonzepte kann es nicht geben”

Kategorie: Allgemeinadmin @ 13:23

(nsb) Christian von den Brincken, Manager bei MediaCom, der marktführenden Media-Beratungsfirma in Deutschland, hat in einem Exklusiv-Interview für “medienhandbuch.de” gut dargestellt, warum sich die Beraterzunft mit den neuen Regeln des Web 2.0 etwas schwer tut:

“Zur Zeit ist Social Media-Measurement und -Management ein enormer Hype. Wie meistens bei Hypes wird auch leider viel Unsinn erzählt und viele nicht vergleichbare Analysen werden zusammengestückelt. Wir haben viel Energie darin investiert, hier mit den richtigen Spezialisten zu arbeiten und das Thema qualitativ hochwertig zu entwickeln.

Social Media als Marktforschungstool ist nicht ganz einfach zu handhaben, aber natürlich sehr relevant. Als Marketingtool gestaltet sich das wesentlich schwieriger. Standardkonzepte für Social Media wird und kann es nie geben, dazu sind die Zielgruppen viel zu heterogen. Mit Social Media Management greift man ja sehr direkt in die Brand Equity ein, da braucht es viel Fingerspitzengefühl und eine enge Zusammenarbeit mit Marketing und PR-Abteilungen auf Kundenseite.

Mit vielen Projekten machen wir die Erfahrung, dass die Erwartungen oft nicht erfüllt werden können. Alle, die sich damit beschäftigen machen zur Zeit eben noch einen Lernprozess durch. Ich denke nicht, dass sich Social Media als Marketingkanal durchsetzen wird – die Spannung zwischen dem Wunsch der Marketeers, Dinge zu planen und zu steuern, und dem Wunsch der Social Media Nutzer sich nicht reinreden zu lassen und Meinungsvielfalt zuzulassen, ist ziemlich groß.”

Das ganze Interview: http://www.medienhandbuch.de/news/standardkonzepte-fuer-social-media-wird-und-kann-es-nie-geben-exklusiv-34899.html

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Jan 21 2010

Alles kommt raus

Kategorie: Allgemein, Zeitungadmin @ 12:26

Eigentlich keine schlechte Idee: Die Süddeutsche Zeitung wollte ihre Präsenz in der iPod-Welt bekannter machen und beauftragte eine Agentur, die sich mit Bloggern und Communities auskennt – wie sie behauptet. Aber die Leute von Trigami wollten auf Nummer sicher gehen und schrieben die rundum positiven Kommentare zu dem neuen App lieber gleich selbst …

Eine solche Werbeaktion mit gekauftem Lob in Blogs ausgerechnet von einer Qualitätszeitung, die einerseits die Tugenden des unabhängigen Journalismus hochhält und andererseits das Internet schon einmal als Quelle allen Übels beschreibt? Das war natürlich eine interessante Konstellation.

Jan Tißler jedenfalls machte die durchsichtige Sache öffentlich – und die Wellen schlugen Trigami und SZ in kürzester Zeit über den leeren Köpfen zusammen. Lesen Sie von Hans Leyendeckers Erben selbst, wie alles raus kam: http://www.medienhandbuch.de/news/social-media-unfall-drei-dinge-die-man-aus-der-missglueckten-blog-pr-der-sueddeutschen-lernen-kann-exklusiv-33632.htm

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Okt 14 2009

Vom Nutzen und Frommen von Social Media

Kategorie: Allgemeinadmin @ 17:41


Vier Experten, ein kluger Moderator, ein voller Saal mit Zuhörern: „Social Media – Zukunft der Kommunikation oder Spielzeug für Web-Geeks?“ war der Titel eines Informationsabends, zu dem die Gesellschaft PR-Agenturen (GPRA) nach München eingeladen hatte. Ein Mitschnitt auf zaplive.tv hat innerhalb weniger Tage fast 1.600 Zuschauer angelockt, ein Hinweis auf die Relevanz der Sache. Natürlich – nicht jede der 167 Minuten mit Vorträgen und Diskussionen ist interessant. Aber in der Summe lohnt es sich überaus mitzuerleben, wie PR-Leute aus Agenturen und Unternehmen über Social Media miteinander reden. Ganz offensichtlich ist das Thema in der Branche angekommen, aber viele Fragen offenbaren große Unsicherheit, manche Antwort ist eher spekulativ als informativ. Und den banalen Moment gibt es auch: „Man weiß selten vorher, was hinten raus kommt“: http://www.zaplive.tv/web/gpra

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Okt 14 2009

Einer hat’s verstanden

Kategorie: Allgemeinadmin @ 17:25

Es ist hierzulande nicht selbstverständlich, dass sich eine Leitfigur des Journalismus kritisch mit der eigenen Zunft befasst. Wolfgang Blau, Chefredakteur von „ Die Zeit-online“, schont die Kollegen nicht: „Der ideologische Widerstand, eigene Rollenbilder zu überdenken, ist groß“, stellt er fest. Mit klugen Antworten (auf die nicht immer klugen Fragen der horizont-Mitarbeiterin Doris Rasshofer) rüttelt Blau die schläfrigen deutschen Redakteure wach. Gut informiert verweist er auf die Unvergleichbarkeit des deutschen und des amerikanischen Medienmarktes, blickt mit Optimismus auf eine Zeitungslandschaft, die mit den neuen Medienmachern auf intelligente Weise kollaboriert. Und mit hinreißenden Beispielen macht er deutlich, warum zum Beispiel „Twitter“ ein sehr wichtiges und wertvolles Instrument in der Hand von Leuten sein kann, die es richtig nutzen. Wir wünschen viel Lesespaß und erhellende Einsichten mit  http://carta.info/16015/wolfgang-blau-zeit-online-journalismus-medienwandel/

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