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	<title>medienarbeit-zweinull.de</title>
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	<description>Das Weblog für PR-Fachleute und Journalisten</description>
	<pubDate>Fri, 13 Apr 2012 12:01:52 +0000</pubDate>
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		<title>Wenn die Meinungspolizei ausr&#252;ckt</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Apr 2012 11:57:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[	(nsb) Er hat es geahnt und die Provokation dennoch gewagt: G&#252;nter Grass sprach aus, &#8222;was gesagt werden muss&#8220;. Seither schwoll der Chorgesang der politisch Korrekten, ebenso die Zornesadern der Selbstgerechten und Bescheidwisser in den Redaktionen und Lobbies. Und dann auch noch &#8222;Drau&#223;en bleiben!&#8220; So d&#252;rfen Metzgereibetriebe Hunde fernhalten, ein demokratischer Staat sollte auf Einreiseverbote verzichten.

	Vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><strong>(nsb) Er hat es geahnt und die Provokation dennoch gewagt: G&#252;nter Grass sprach aus, &#8222;was gesagt werden muss&#8220;. Seither schwoll der Chorgesang der politisch Korrekten, ebenso die Zornesadern der Selbstgerechten und Bescheidwisser in den Redaktionen und Lobbies. Und dann auch noch &#8222;Drau&#223;en bleiben!&#8220; So d&#252;rfen Metzgereibetriebe Hunde fernhalten, ein demokratischer Staat sollte auf Einreiseverbote verzichten.</strong></p>

	<p>Vor wenigen Wochen hatte es der Verteidigungsminister Thomas de Maizi&#232;re gewagt, seinen israelischen Amtskollegen Ehud Barak &#246;ffentlich von einem Milit&#228;rschlag gegen den Iran abzuraten &#8211; niemand hat&#8217;s interessiert. Ein paar Tage darauf verglich der <span class="caps">SPD</span>-Vorsitzende Sigmar Gabriel die gegenw&#228;rtige Politik Israels gegen&#252;ber den Pal&#228;stinensern mit dem einstigen Apartheid-Regime in S&#252;dafrika. Als die Emp&#246;rungsmaschine losratterte gab er sich missverstanden und ruderte wortreich zur&#252;ck. Es bedarf offensichtlich des Gewichts des Nobelpreistr&#228;gers G&#252;nter Grass, um eine notwendige Diskussion zu starten.</p>

	<p>Nicht dar&#252;ber, ob der Mann seine eigene Vergangenheit und die Scham seiner Generation bew&#228;ltigt, ob er gar der Typ des modernen, gebildeten Antisemiten ist. Das sind Ablenkungsversuche und Gemeinheiten, die bewusst Grass diffamieren, um sich mit den Fakten nicht auseinandersetzen zu m&#252;ssen. Henryk M. Broder giftete in der &#8222;Welt&#8220; gewohnt polemisch: &#8222;Einmal SS, immer SS!&#8220; Josef Joffe bem&#252;hte in der &#8222;Zeit&#8220; die Tiefenpsychologie, um Grass des Antisemitismus zu &#252;berf&#252;hren: &#8222;Das Unbewusste dr&#228;ngt nach au&#223;en.&#8220; Frank Schirrmacher lie&#223; in der &#8222;FAZ&#8220; durchblicken, der Autor &#252;be mit seinem Gedicht die Umkehrung von T&#228;ter- und Opferrolle, um die eigene Biografie zu entlasten. Der Journalistenschar zwischen Flensburg und Garmisch waren damit die Stichworte geliefert, die sie beflissen in ihre eigenen Kommentare einflocht.</p>

	<p>Was hat Grass denn gesagt? Er warnt vor einer Politik Israels, die seit mindestens einem Jahr laut &#252;ber einen Milit&#228;rschlag gegen den Iran nachdenkt. Gerade lie&#223; Israels Ministerpr&#228;sident Benjamin Netanjahu mitteilen, das Vorhaben sei &#8222;verschoben&#8220;. Tatsache ist, dass Israel in Aserbeidschan an der iranischen Nordgrenze einen Flugst&#252;tzpunkt aufbaut. Wo seine Unterseeboote kreuzen, und ob sie mit atomar best&#252;ckten Raketen ausger&#252;stet sind, wissen wir nicht, weil Israel keinerlei Kontrollen zul&#228;sst. Wir wissen aber, dass zwei weitere U-Boote f&#252;r Israel in deutschen Werften im Bau sind und j&#252;ngst die Lieferung eines sechsten vereinbart wurde.</p>

	<p>Grass fordert, Israel und Iran sollten sich gleicherma&#223;en internationalen Kontrollen ihrer Nuklearpotenziale unterwerfen. Beide also, nicht nur der Iran. Bislang hat der Westen schulterzuckend die Existenz atomarer Waffen in Israel akzeptiert. Als ob es zur Existenzgarantie f&#252;r Israel geh&#246;rte, die Missachtung des Atomwaffensperrvertrags durch den Judenstaat zu ignorieren.</p>

	<p>Was Grass nicht sagen musste, ist allgemein bekannt: Die pal&#228;stinensische Hamas predigt Hass und Vergeltung, bildet Terroristen aus, schie&#223;t auf j&#252;dische Siedlungen. Die aber entstehen gegen jedes V&#246;lkerrecht auf pal&#228;stinensischen Staatsgebiet. Der iranische Pr&#228;sident verh&#246;hnt den Westen, leugnet den Holocaust und will Israel von der Landkarte getilgt wissen. Er ist mehr als ein Maulheld, wie Grass ihn nannte, er ist unberechenbar. Letzteres gilt ebenso f&#252;r alle Staaten in der Region &#8211; f&#252;r Libanon, Syrien, den Irak, bis hin zum Yemen und Pakistan.</p>

	<p>Wenn das kein Spannungsgebiet ist, was denn? Dahin liefert die deutsche Bundesregierung ein weiteres U-Boot. Hierin liegt der eigentliche Skandal, denn Waffenexporte in Spannungsregionen sind uns Deutschen verboten. Das musste gesagt werden, Grass sprach es aus &#8211; aber die Diskussion um sein Gedicht klammert diesen Rechtsversto&#223; v&#246;llig aus.   Grass ist mutig, weil er wusste, wie es kommen wird. Er mahnt, die Welt nicht in einen Krieg torkeln zu lassen, weil ein paar Strategen glauben, sie m&#252;ssten die milit&#228;rische Vormachtstellung Israels in der Region sichern. Wir sollten die Mahnung annehmen und erkennen, dass die Bundesregierung mit ihrer Aufr&#252;stungspolitik an der Seite Israels eine verfehlte Art der Wiedergutmachung betreibt. Dass es ein Freundschaftsdienst an Israel sein k&#246;nnte, den Scharfmachern dort entgegen zu treten. Und dass es die K&#252;nste der Diplomatie schaffen m&#252;ssen, die Mullahs in Teheran zur Vernunft zu bringen &#8211; nicht ein milit&#228;rischer Angriff auf Atomanlagen mit unvorhersehbaren Folgen.</p>

	<p>Das den Menschen zu erkl&#228;ren w&#228;re eine wichtige Aufgabe der Presse. K&#246;nnte es sein, dass unsere Meinungseliten ihre urdeutschen Schuldgef&#252;hle nie wirklich verarbeitet haben und darum erzittern unter jedem Drohen der &#8222;Holocaust-Industrie&#8220; &#8211; ein Begriff, den &#252;brigens Henryk Broder in seinem j&#252;ngsten Buch &#8222;Vergesst Auschwitz&#8220; gebraucht? Es ist erb&#228;rmlich, wie d&#252;mmlich, arrogant und ehrverletzend der gr&#246;&#223;ere Teil der Leitartikler und Israel-Lobbyisten &#252;ber Grass her f&#228;llt. Auch mancher Politiker, der sich an dem &#8222;kreuziget ihn!&#8220; beteiligt. Wenn etwas dem zeitgen&#246;ssischen Antisemitismus die Leiter h&#228;lt, dann ist es diese zur Schau getragene, gedankenlose Emp&#246;rungsroutine.<br />
&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br />
(-fff-) Nachlesenswert auch dieser Kommentar, den ich im Internet gefunden habe:<br />
Wolfgang Donsbach schreibt am 11. April in seinem Blog: Eine ekelhafte Debatte &#8211; &#220;ber die Unm&#246;glichkeit, in Deutschland sachlich zu diskutieren. <a href="http://donsbach.net/eine-ekelhafte-debatte/">Hier online zum Weiterlesen.</a></p>
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		<title>&#214;ffentlich-rechtliches Versagen</title>
		<link>http://www.medienarbeit-zweinull.de/2012/03/27/oeffentlich-rechtliches-versagen/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Mar 2012 12:27:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[	&#8222;Der wird einem regelrecht sympathisch&#8220;, urteilt ein Blogger. Er meint Mahmud Ahmadinedschad, den Pr&#228;sidenten des Iran, der sich vor einer Woche gut 40 Minuten lang einem Interview mit Claus Kleber stellte. Ach was; der Pr&#228;sident hat gezeigt, wie er einen schlecht vorbereiteten und &#252;bervorsichtigen &#8222;Topjournalisten&#8220; aus Deutschland vorf&#252;hren kann.

Zwei Jahre hatte sich das ZDF angeblich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><strong>&#8222;Der wird einem regelrecht sympathisch&#8220;, urteilt ein Blogger. Er meint Mahmud Ahmadinedschad, den Pr&#228;sidenten des Iran, der sich vor einer Woche gut 40 Minuten lang einem Interview mit Claus Kleber stellte. Ach was; der Pr&#228;sident hat gezeigt, wie er einen schlecht vorbereiteten und &#252;bervorsichtigen &#8222;Topjournalisten&#8220; aus Deutschland vorf&#252;hren kann.<br />
</strong><br />
Zwei Jahre hatte sich das <span class="caps">ZDF</span> angeblich um dieses Interview bem&#252;ht, die Erwartungen durften entsprechend gro&#223; sein. Doch Kleber sitzt seltsam steif, erkennbar unsicher seinem Gespr&#228;chspartner gegen&#252;ber, sein rascher Puls ist an der Halsschlagader sichtbar.</p>

	<p>Schon nach wenigen freundlichen Worten zu Beginn erreicht die Situation einen Tiefpunkt. Kleber fragt:</p>

	<p>Menschen in Europa, speziell in Deutschland schauen mit gro&#223;er Spannung auf diese Region im Moment und f&#252;rchten, dass ein Krieg m&#246;glich sein k&#246;nnte. Haben Sie eine Botschaft in diesem Zusammenhang, heute?</p>

	<p>Ahmadinedschad: K&#246;nnen Sie uns sagen, von welcher Seite eine Kriegsgefahr behauptet wird und warum?</p>

	<p>K.: Sie wissen so gut wie ich, dass Israel mit einem Angriff auf Iran droht, wenn sich die Frage des Nuklearprogramms nicht anders l&#246;sen l&#228;sst.</p>

	<p>A.: Warum muss Israel drohen?</p>

	<p>K.: Weil Iran bis heute sich weigert, sein Atomprogramm offenzulegen.</p>

	<p>A.: Zeigen die Zionisten Klarheit und Transparenz in ihrer Nuklearfrage? Sie haben mehr als 250 atomare Sprengk&#246;pfe! Ist das kein Problem, wenn sie so ausgestattet sind?</p>

	<p>K.: Israel geh&#246;rt nicht zum Atomwaffensperrvertrag. Es hat keine vertragliche Verpflichtung, das offen zu legen. Iran hat diese Verpflichtung.</p>

	<p>A.: Das hei&#223;t, jeder der nicht Unterzeichner des Vertrages ist, ist frei zu tun, was er will?</p>

	<p>K.: So ist das wohl.</p>

	<p>A.: Das hei&#223;t, wenn jemand Mitglied des Vertrages ist, darf er entrechtet werden? Und die Zionisten d&#252;rfen einem Mitgliedsland drohen?</p>

	<p>Und dann darf Ahmadinedschad minutenlang ausf&#252;hren, dass er Atomwaffen ablehnt, sie niemand braucht, dass sie etwas f&#252;r Zur&#252;ckgebliebene seien. Schlie&#223;lich fragt er Kleber, ob &#8222;die Zionisten&#8220; ein ungeschriebenes Recht h&#228;tten, der ganzen Welt ihre Sicht aufzuzwingen, bezeichnet Israel als ein k&#252;nstliches Konstrukt ohne Existenzberechtigung und leugnet zum wiederholten Male den Holocaust.</p>

	<p>Kleber schweigt und schweigt, versucht endlich das Thema zur&#252;ck auf die Nuklearpolitik des Iran zu bringen. Aber die restlichen 30 Minuten des Gespr&#228;chs lassen sich in wenigen Worten darstellen:</p>

	<p>K.: Warum &#246;ffnen Sie nicht alle T&#252;ren?</p>

	<p>A.: Tun wir doch!</p>

	<p>K.: Nein!</p>

	<p>A.: Doch!</p>

	<p>Dieses Interview war nutzlos und unprofessionell. Wer sich auf Gegenfragen einl&#228;sst, hat als Interviewer schon verloren. Wer dann noch Unsinn antwortet, erst recht: Nat&#252;rlich d&#252;rfen auch die Nichtunterzeichner des Atomwaffensperrvertrags nicht machen, was sie wollen; das wei&#223; man zum Beispiel in Nordkorea.</p>

	<p>Kleber wirkte fast ver&#228;ngstigt, hing starr an seinem Fragekonzept, lie&#223; Ahmadinedschad immer wieder ausweichen und Gegenfragen stellen, statt beherzt nachzuhaken. Verdammt schade, wie hier eine seltene Chance vertan wurde, Neues und Verbindliches zu erfragen. Man erinnert sich wehm&#252;tig, wie einst eine Oriana Fallaci m&#228;chtige M&#228;nner wie Henry Kissinger, Deng Xiaoping, Muammar al-Ghaddafi oder den Ayatollah Chomeini befragt und als zynische, machtbesessene L&#252;gner entlarvt hatte.</p>

	<p>Vielfache Kritik in den Medien und in der Politik gibt es aber an einer Stelle, wo Kleber sich richtig verhalten hat: Er lie&#223; sich von seinem Gespr&#228;chspartner nicht dazu provozieren, &#252;ber den Holocaust zu diskutieren. Daf&#252;r wird er jetzt gescholten, vom Zentralrat der Juden wie von Spiegel, Focus oder Cicero. Die Emp&#246;rungsmaschine rattert los, als habe er selbst die Judenvernichtung in Frage gestellt. Kleber wollte erfahren, ob dem iranischen Pr&#228;sidenten die bedrohliche Situation bewusst ist. Das haben wir leider nicht erfahren. Dass Ahmadinedschad den Holocaust f&#252;r eine verschw&#246;rerische Erfindung h&#228;lt, das wissen wir schon. Ob es ausgerechnet Claus Kleber gelungen w&#228;re, ihn zu belehren?</p>

	<p>Die vollst&#228;ndige Version des Interviews gibt es hier:</p>

	<p>http://www.youtube.com/watch?v=P2VJIOR8I3s</p>

	<p>(nsb)</p>
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		<title>Leistungsschutzrecht: Die Welt hat sich ver&#228;ndert – und die Verleger wollen daf&#252;r Schadenersatz</title>
		<link>http://www.medienarbeit-zweinull.de/2012/03/05/leistungsschutzrecht-die-welt-hat-sich-veraendert-und-die-verleger-wollen-dafuer-schadenersatz/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2012 12:17:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[	Das Leistungsschutzrecht soll nun werden &#8211; schlie&#223;lich hat die Regierung es den Verlegern versprochen. Mit denen legt man sich nicht an, wenn die eigene Situation politisch so prek&#228;r ist. Da helfen Warnungen nicht. F&#252;r Rationalit&#228;t ist wenig &#246;ffentlicher Raum, wo die Kritik-Instanzen der Republik selber in Exis&#173;tenz&#173;n&#246;ten und Eigen&#173;in&#173;teressen befangen sind.

	Da kann sich Stefan Niggemeier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Das Leistungsschutzrecht soll nun werden &#8211; schlie&#223;lich hat die Regierung es den Verlegern versprochen. Mit denen legt man sich nicht an, wenn die eigene Situation politisch so prek&#228;r ist. Da helfen Warnungen nicht. F&#252;r Rationalit&#228;t ist wenig &#246;ffentlicher Raum, wo die Kritik-Instanzen der Republik selber in Exis&#173;tenz&#173;n&#246;ten und Eigen&#173;in&#173;teressen befangen sind.</p>

	<p>Da kann sich Stefan Niggemeier  noch so lange den lustigen Satz aus dem Koa&#173;litionsausschuss auf der Zunge zergehen lassen: &#8220;Gewerbliche Anbieter im Netz, wie Suchmaschinenbe&#173;trei&#173;ber und News-Aggregatoren, sollen k&#252;nftig f&#252;r die Verbreitung von Presseerzeug&#173;nissen (wie Zeitungsartikel) im Internet ein Entgelt an die Verlage zahlen.&#8221; Der Shitsturm wird nichts n&#252;tzen, den Netzakteuren werden ihre Grenzen aufgezeigt, wenn die Leitmedien Niggemeiers s&#252;ffisanten Satz nicht aufgreifen:  &#8220;Google und wom&#246;glich auch die Perlen&#173;taucher und turi2s dieses Landes sollen den Verlagen also Geld daf&#252;r geben, dass sie helfen, dass deren Inhalte ein Publikum finden.&#8221;</p>

	<p>Ja, die sollen zahlen, werden die Verlegen fr&#246;hlich sagen, und die Chefkommentatoren werden ihnen beispringen. Vielleicht macht die neue Nebenerwerbsquelle auch Schule. Die Anbieter von Sportartikeln, tollen Autos oder neuester Unterhaltungselektronik k&#246;nnten, wenn die Konjunktur mal schlecht l&#228;uft,  auch einen Obulus fordern. Auf deren teuer erstellte Netzangebote fahren die jungen Leute ab, und Google verdient daran mit. Noch dazu sind sie viel h&#228;ufiger auf den oberen Rankingpl&#228;tzen als die Texte des Allge&#173;meine Anzeiger aus dem Hinterwald. Die Banken k&#246;nnten Geld verlangen, wenn Google Kunden auf ihre Seiten schiebt, sind sie doch wom&#246;glich noch systemrelevanter als Zeitungen. Und wenn erst Sch&#228;uble und die Stadtk&#228;mmerer eine Einnahmequelle wittern, werden die Suchmaschinen und damit das Web endg&#252;ltig dicht machen.</p>

	<p>Auch mit diesem Blog-Artikel verdient Google Geld. Zugegeben in so bescheidenen Grenzen, dass meine kritische Unabh&#228;ngigkeit bei diesem Thema nicht gef&#228;hrdet ist.</p>

	<p>Es wird nicht n&#252;tzen, trotzdem sei daran erinnert: Die Zeitungs- und Zeitschriftenverleger fordern eine Subvention als Schadenersatz daf&#252;r, dass ihre Inhalte nicht mehr so gefragt sind wie fr&#252;her. Denn das und nichts anderes ist die tiefere Ursache daf&#252;r, das Auflagen und Werbeeinnahmen zur&#252;ckgehen &#8211; nicht die T&#228;tigkeit von Google.</p>

	<p>Anstatt innovativ an das eigene Angebot heranzugehen, lassen die Verleger dort den Sparkommissar zuschla&#173;gen, und fordern gesetzlichen Schadenersatz daf&#252;r, dass die Welt sich &#228;ndert und das Publikum sich abwendet. So haben wenigstens auch die Bl&#228;tter etwas davon, deren geistiges Eigentum bei Google kaum je die obersten 100 Rankingpl&#228;tze erreicht, weil den Aufguss aus Agenturmaterial und lokaljournalistischer Routine keiner haben will.</p>

	<p>So handeln Unternehmer, die selbst nicht mehr glauben, dass ihr Produkt verk&#228;uflich ist oder jemals wieder werden kann.</p>

	<p>Die Subvention darf nat&#252;rlich nicht Subvention hei&#223;en. Zahlen sollen ja nicht die Steuerzahler, sondern private Unternehmen. Diejenigen, die entscheidenden Anteil daran haben, dass zu den verbliebenen 48 Mil&#173;lio&#173;nen Le&#173;ser der gedruckten Zeitungen jeden Monat 25,5 Milli&#173;onen Unique Usern hinzukommen. Das k&#246;nnte sich irgendwann als f&#252;rchterlicher Fehler erweisen. Die Verleger s&#228;gen fr&#246;hlich an dem Ast, auf dem sie einmal sitzen k&#246;nnten. Nat&#252;rlich erst, wenn sie Inhalte zu bieten haben, f&#252;r die gen&#252;gend Menschen im 21. Jahrhundert zu zahlen bereit sind.</p>

	<p>Man kann ja der Meinung sein, dass die Existenz von Printmedien in diesen Umbruchzeiten gesichert werden muss. Auch ich sehe ihren Wert f&#252;r den politischen Diskurs &#8211; gerade auch f&#252;r die Diskussion im Netz. Aber bitte: Wenn es im &#246;ffentlichen Interesse ist, dann bitte offen deklarierte Subvention aus Steuergeldern.<br />
<em>Michael Bechtel</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wulff und kein Ende</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 19:45:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Medien]]></category>

		<category><![CDATA[Zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[	Bravo Stefan G&#228;rtner, der im &#8220;European&#8221; schreibt:

	&#8220;Im unendlichen Gezeter um einen Pr&#228;sidenten, der beim Poussieren mit den Sch&#246;nen und Reichen die &#220;bersicht verloren hat, h&#228;lt sich eine Skandalmaschine selbst am Laufen. Ein &#8222;Waterloo&#8220; f&#252;rs &#246;ffentlich-rechtliche Fernsehen erkannten selbst die gemeinhin zur&#252;ckhaltenden &#8222;FAZ&#8220;-Beauftragten Hanfeld und L&#246;wenstein, nachdem die Vorsitzenden der Berliner Studios von ARD und ZDF [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Bravo Stefan G&#228;rtner, der im &#8220;European&#8221; schreibt:</p>

	<p><em>&#8220;Im unendlichen Gezeter um einen Pr&#228;sidenten, der beim Poussieren mit den Sch&#246;nen und Reichen die &#220;bersicht verloren hat, h&#228;lt sich eine Skandalmaschine selbst am Laufen. Ein &#8222;Waterloo&#8220; f&#252;rs &#246;ffentlich-rechtliche Fernsehen erkannten selbst die gemeinhin zur&#252;ckhaltenden &#8222;FAZ&#8220;-Beauftragten Hanfeld und L&#246;wenstein, nachdem die Vorsitzenden der Berliner Studios von <span class="caps">ARD</span> und <span class="caps">ZDF</span> es im Fernsehinterview mit Wulff vers&#228;umt hatten, den Delinquenten zu ohrfeigen und mit hei&#223;em Pech zu &#252;bergie&#223;en, und minuti&#246;s rekonstruierten die Frankfurter Allgemeinen Journalisten ein Fernsehgespr&#228;ch, von dem ja blo&#223; die allernaivsten Esel hatten erwarten d&#252;rfen, es werde anders laufen, als es gelaufen ist. Die viel grunds&#228;tzlichere Frage, warum ein Bundespr&#228;sident, der was mitzuteilen hat, blo&#223; zu pfeifen braucht, und der Funk, der darauf besteht, kein Staatsfunk zu sein, springt, wurde immerhin gestreift.&#8221;</em></p>

	<p>Auf viereinhalb kompletten Zeitungsseiten lutscht heute meine Lokalzeitung das Thema aus. Keine Frage, dass es ein Thema ist. Aber es ist doch alles dazu gesagt, und die Botschaft, dass wir aus Staatsr&#228;son mit einem Pr&#228;sidenten mickrigsten Formats leben m&#252;ssen, ist angekommen. Und so viele politische Sachthemen w&#252;rden unsere Aufmeksamkeit fordern, die seit Tagen durchs Raster fallen. Ich finde es richtig, den Spie&#223; jetzt einmal umzudrehen, und zu fragen, warum die gesch&#228;tzten Kollegen so ausdauerndes Vergn&#252;gen an der Skandalisierung des politischen Personals haben. Die franz&#246;sische Presse beispielsweise verfolg dieses Get&#246;se nur mit Kopfsch&#252;tteln, ist man doch von den eigenen politischen Akteuren ganz andere Dimensionen von Verfehlungen gewohnt.</p>

	<p>Nochmals: Die Medien haben im Fall Wulff getan, was ihre Aufgabe ist. Aber sie haben daf&#252;r viel andere Arbeit liegengelassen. Und nicht nur in diesem Falle.</p>

	<p>Ich w&#252;nschte mir, dass sich die Rechercheure und Edelfedern dieses Landes in &#228;hnlicher Akribie der Aufgabe widmeten, am Thema Euro dranzubleiben. Oder zu analysieren, welche Kr&#228;fte und Mechanismen ein vern&#252;nftiges System der Pflege verhindern. Warum es ein Skandal ist, dass immer weniger Menschen von ihrer Arbeit vern&#252;nftig leben k&#246;nnen und wer davon profitiert. Oder den Menschen verst&#228;ndlich zu machen, was in unserer unmittelbaren Nachbarschaft in Ungarn vorgeht und warum es uns angeht.</p>

	<p>Das aber sind Themen, die des Schwei&#223;es der Promi-Journalisten nicht wert sind, da m&#252;ssen d&#252;rre Agenturtexte reichen. Denn sich tief in solche Sachthemen hineinzubegeben, macht Arbeit, richtige M&#252;he. Die unbeholfenen Worte eines Bundespr&#228;sidenten, der sich immer tiefer in die Schei&#223;e hineinredet, gen&#252;sslich tagelang hin und herzudrehen ist ja viel bequemer. <em>(Michael Bechtel)</em></p>
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		<item>
		<title>Seltsame H&#252;te – ein TV-Ereignis</title>
		<link>http://www.medienarbeit-zweinull.de/2011/04/29/seltsame-huete-ein-tv-ereignis/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Apr 2011 07:06:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[	(nsb) Es war einmal eine Insel, wo die Menschen lauwarmes Bier tranken und ihre K&#246;nigin seltsame H&#252;te trug. Die K&#246;nigin hatte drei S&#246;hne, einen mit sehr gro&#223;en Ohren, einen mit sehr gro&#223;en Z&#228;hnen, und einen dritten. Allen dreien fielen fr&#252;h die Haare aus, und sie hatten &#196;hnlichkeit mit ihren Lieblingstieren, den Pferden.
In einem Land auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><em>(nsb)</em> Es war einmal eine Insel, wo die Menschen lauwarmes Bier tranken und ihre K&#246;nigin seltsame H&#252;te trug. Die K&#246;nigin hatte drei S&#246;hne, einen mit sehr gro&#223;en Ohren, einen mit sehr gro&#223;en Z&#228;hnen, und einen dritten. Allen dreien fielen fr&#252;h die Haare aus, und sie hatten &#196;hnlichkeit mit ihren Lieblingstieren, den Pferden.<br />
In einem Land auf der anderen Seite des Meeres hatte man keinen K&#246;nig mehr, sondern einen Langweiler. Den letzten K&#246;nig, der sich Kaiser nennen lie&#223;, seltsame Uniformen trug und st&#228;ndig &#8222;kolossal&#8220; sagte, hatte man in ein drittes Land verbannt. Auch dieses Land hatte eine K&#246;nigin, die pausb&#228;ckig war, pausb&#228;ckige S&#246;hne hatte und seltsame H&#252;te trug.<br />
Als aber ein Enkel der Inselk&#246;nigin eine junge Frau, die k&#252;nftig seltsame H&#252;te tragen sollte, heiratete, geschah etwas wundersames: In dem Langweiler-Land auf der anderen Seite des Meeres sollten alle Menschen dem Ereignis auf der Insel zuschauen: Gleich sechs Fernsehsender berichteten live von der Hochzeitsfeier, sechs Stunden lang. Die beiden &#246;ffentlich-rechtlichen Sender besch&#228;ftigten jeweils gleich drei Korrespondenten vor Ort in London mit der wichtigen Mission &#8230;<br />
Wenn dies alles wirklich ein M&#228;rchen w&#228;re &#252;ber K&#246;niginnen mit seltsamen H&#252;ten und ihre pausb&#228;ckigen oder pferdegesichtigen S&#246;hne und Enkel, dann w&#252;rde jetzt eine Hexe auftreten und vergiftete &#196;pfel reichen, oder so. Tats&#228;chlich hat Adels-Experte Rolf Seelmann-Eggebert wieder einen gro&#223;en Tag, er greift zum Mikrofon und salbt den Tag, an dem Willie und Kate sich das Ja-Wort geben. Seine Partner in der <span class="caps">ARD</span> werden &#252;ber H&#252;te und Garderoben bleibende S&#228;tze absondern. <span class="caps">ZDF</span>, RTL und Sat.1 werden die gleichen Bilder zeigen, ebenso die Live-Streams im Internet, denn alle Kameras werden von den Jungs der <span class="caps">BBC</span> bedient. Die Bilder sind preiswert zu haben und werden dennoch Quoten garantieren, wie sie sonst nur bei gro&#223;en Sportereignissen &#252;blich sind.<br />
So hoffen die Macher, und k&#246;nnen sich auf Traditionen berufen: Bei der Grablegung von Lady Di war es nicht anders, und die Kr&#246;nung von Queen Elizabeth II. am 2. Juni 1953 war die erste Live-&#220;bertragung &#252;berhaupt im damals einzigen Deutschen Fernsehen.<br />
Mag sein, dass vielen Landsleuten der Sinn nach M&#228;rchenhochzeiten steht &#8211; um die k&#252;mmern sich <span class="caps">RTL</span>, Sat.1 und Pro 7 ebenso flei&#223;ig wie die Glamour- und Krawalljournaille von &#8222;Bunte&#8220; und &#8222;Bild&#8220;. Die &#246;ffentlich-rechtlichen Sender jedoch leben von den Geb&#252;hren aller Zuschauer. Die h&#228;tten vielleicht gerne mehr erfahren &#252;ber Aktuelles und Hintergr&#252;ndiges aus der Welt oder aus den Provinzen, denen der Langweiler vorsteht.<br />
Eine richtige Chance f&#252;r ernst gemeinten Fernseh-Journalismus w&#228;re es auch gewesen, den Auftrieb um die hochadeligen Rituale mal zu hinterfragen. Mal den einen oder anderen seltsamen Hut zu l&#252;ften und nach der Substanz darunter zu forschen. Mal einen Blick hinter die Kulissen des Theaterbetriebs namens Royalty zu werfen. Mal ein paar kluge Leute &#246;ffentlich dar&#252;ber plaudern zu lassen, wieso 222 Jahre nach dem Sturm auf die Bastille dieser Mummenschanz &#252;berhaupt interessiert.<br />
Wir werden in K&#252;rze erfahren, wie das Quotenrennen ausgegangen ist. Das gleiche statische Bildmaterial, das gleiche hohle Geschw&#228;tz und Geschwalle &#252;ber ein Hochzeitspaar, illustre G&#228;ste, schicke Klamotten und seltsame Damenh&#252;te wird entweder den privaten oder den &#246;ffentlich-rechtlichen Sendern die meisten Zuschauer beschert haben. Deutlicher ist das m&#228;rchenhaft-irrationale der Quotenhatz nicht zu belegen.</p>

	<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=J5FieZ2kK2k">Das Youtube-Video zum Thema</a></p>

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		<title>Totalausfall: Das &#214;ffentlich-Rechtliche Fernsehen und die Revolution in  der arabischen Welt</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 22:49:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[	Es ist Dienstag, der 1. Januar 22:00 Uhr &#8211; Millionen von Menschen in den Stra&#223;en der &#228;gyptischen St&#228;dte. Friedlich fordern sie den R&#252;cktritt des Diktators Mubarat. Am Abend spricht sich die Situation zu &#8211; das Staatsfernsehen hat eine Rede des Pr&#228;sidenten angek&#252;ndigt. Die Massen erwarten erregt die R&#252;cktrittserkl&#228;rung. Doch weit gefehlt &#8211; Mubarak bleibt. Er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><p style="margin-bottom: 0cm;">Es ist Dienstag, der 1. Januar 22:00 Uhr &#8211; Millionen von Menschen in den Stra&#223;en der &#228;gyptischen St&#228;dte. Friedlich fordern sie den R&#252;cktritt des Diktators Mubarat. Am Abend spricht sich die Situation zu &#8211; das Staatsfernsehen hat eine Rede des Pr&#228;sidenten angek&#252;ndigt. Die Massen erwarten erregt die R&#252;cktrittserkl&#228;rung. Doch weit gefehlt &#8211; Mubarak bleibt. Er will den friedlichen &#220;bergang organisieren. Er beleidigt die B&#252;rger auf den Stra&#223;en: Der Protest sei durch politische Kr&#228;fte gesteuert. In diesen Minuten ist noch nicht klar, wie sich die Dinge entwickeln. Erste Berichte von Zusammenst&#246;&#223;en zwischen Gruppen von Demonstranten, Sch&#252;sse sind zu h&#246;ren &#8230;<br /><strong>Dramatische Situationen</strong>, die Folgen unabsehbar, Wendepunkte der Weltgeschichte vielleicht &#8211; <span class="caps">CNN</span>, BBC, Al Jazeera, France 24, die Nachrichtenkan&#228;le der Welt sind live dabei. Sensationelle Bilder, eindrucksvolle Livegespr&#228;che, Analysen, Einbeziehung der Sozialen Medien. Al Jazeera steckt diesmal alle in die Tasche, auch <span class="caps">CNN </span>&#8211; selbst die Verhaftung ihrer Mitarbeiter und die Schlie&#223;ung des B&#252;ros kann die Berichterstattung nicht stoppen.<br /><strong>Und der deutsche TV-Konsument?</strong> Wer keine Satellitenanlage hat und nicht gut Englisch versteht, muss auf die planm&#228;&#223;igen Nachrichtenzeiten warten. Von den Privatsendern ist nicht viel zu erwarten, aber <span class="caps">ARD</span>, ZDF, setzen unger&#252;hrt ihr Programm fort. <span class="caps">N24</span> berichtet &#252;ber den 9.11.22001 in New York, n-tv besch&#228;ftigt sich mit amerikanischen Skinheads, Phoenix ist gerade auf einer Segeltour durch die S&#252;dsee.Beim <span class="caps">ZDF</span> ist zuf&#228;llig gerade Nachrichtenzeit &#8211; und das f&#228;llt das peinlich genug aus. Interview wird der Korrepsondet auf dem Hoteldach. Dietmar Ottenberg fabuliert &#252;ber seine Einsch&#228;tzungen und Erwartungen. Ein Filmbericht mit ein paar beliebigen Demo-Bildern von Tage wird analysierend totgeschw&#228;tzt. Einziger Lichtblick: ein Interview mit Hamed Abdel-Samad, in Agypten geboren, bekannt geworden mit seinem Buch &#8222;Der Untergang der islamischen Welt&#8220;. So stellt er sich die Stimmung in Berlin im Herbst 1989 vor, sagt er &#8211; und das Misstrauen der westlichen Welt beleidige das &#228;gyptische Volk.<br /><strong>Und dann die gr&#246;&#223;te Peinlichkeit:</strong> Ansprache Mubaraks &#8211; kein Originalbild, kein Originalton. Nur das Resm&#252;mee &#8211; er tritt nicht zur&#252;ck, will nur nicht mehr zur Wahl antreten. Wieder Schalte nach Kairo: der Korrespondent immer noch auf dem Dach. &#8222;Sie konnte ja in diesen wenigen Minuten nicht hinuntergehen und ein Million &#196;gypter interviewen, aber &#8230;.&#8220; Brav verk&#252;ndet Ottenberg, was er zur Wirkung der Rede sagen kann: Nichts! Man wird es in den n&#228;chsten Tagen erleben!<br /><strong>&#8222;K&#246;nnen wir jetzt noch ein paar deutsche &#196;gyptenurlauber interviewt bekommen&#8220;</strong>, so Minuten sp&#228;ter ein s&#252;ffisanter Kommentar auf Twitter. Die meisten dr&#252;cken sich unverbl&#252;hmter aus: &#8222;Die &#246;ffentlich-rechtlichen TV-Sender schaffen sich ab!&#8220;<br /><strong>Der &#196;rger hatte sich &#252;ber Tage aufgestaut. </strong>Und die Anh&#228;ngerschaft von Al Jazeera wuchs. W&#228;hrend Lena in der <span class="caps">ARD</span> stundenlang ihre Songs tr&#228;llern durfte [Korrektur: sorry, hier lag ich im Eifer des Gefechts daneben, es war nicht in der <span class="caps">ARD</span>], rissen sich die deutschen Medien kein Bein daf&#252;r aus, angemessen &#252;ber die Geschehnisse im Nahen Osten zu informieren. Kein Zweifel, das hat Gr&#252;nde, und die sind politischer Art. Seit 30 Jahren hatten die <span class="caps">USA</span>, die EU und auch Deutschland auf die Diktatoren in den arabischen Welt gesetzt. Motto: Was interessieren uns unsere Grundwerte und die Unterdr&#252;ckung in diesen L&#228;ndern, wenn es um den gesicherten &#214;lnachschub und die Eind&#228;mmung des politischen Islams geht?<br /><strong>Deutsche Journalisten, das macht den Unterschied zu <span class="caps">CNN</span>, machen sich seit jeher gerne die Sorgen der Politiker und Wirtschaftsbosse zu eigen.</strong> Und so hat die Berichterstattung hierzulande nur am Rande die Aufbruchstimmung der Tunesier und &#196;gypter gezeigt, aber in Bedenken und Warnungen vor den schrecklichen Folgen eines Umsturzes nur so geschwelgt. Ziemlich dick wurden die Gefahren einer Machtergreifung der Islamisten an die Wand gemalt. In Deutschland f&#228;llt das nun einmal angesichts der wachsenden Islamophobie auf besonders fruchtbaren Boden.<br /><strong>Damit soll gar nicht gesagt sein, dass die Sorgen unbegr&#252;ndet sein m&#252;ssen</strong> und die Entwicklung nicht aucch Gefahren mit sich bringen kann. F&#252;r Demokraten aber sollte an allererster Stelle stehen, dass hier V&#246;lker mit Recht und guten Gr&#252;nden um ihre Freiheit k&#228;mpfen &#8211; und das ist ohne R&#252;cksicht auf die Folgen jeder Unterst&#252;tzung wert.<br /><strong>So aber sind diese Tage zu einer Schande und Blamage f&#252;r das Fernsehen geworden</strong>, vor allem f&#252;r das &#246;ffentlich-rechtliche. Auch wenn sie keine Mehrheiten bilden: Die politisch interessierten Menschen fragen sich hierzulande ab sofort, wof&#252;r sie ihre Geb&#252;hren zahlen. Steht nicht Grundversorgung in Sachen Information ganz dick im Pflichtenheft von <span class="caps">ARD</span> und <span class="caps">ZDF</span>? Warum gibt es in der europ&#228;ischen Vormacht Deutschland keinen echten, leistungsf&#228;higen Nachrichtenkanal?<br /><strong>Ich habe nichts gegen stundenlange Live-&#220;bertragungen von Wintersportveranstaltungen</strong>, seltsames Seriengeschehen und Talkshow-Geschw&#228;tz bis zum Abwinken. Aber wenn es politisch drauf ankommt, soll das &#246;ffentlich-rechtliche Fernsehen dabei sein &#8211; mit aller Kraft, mit richtig viel Aufwand und mit demokratischem Engagement. In diesen Tagen w&#228;re es darauf angekommen. (mb)</p><br />
<p style="margin-bottom: 0cm;"></p></p>
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		<title>Forum Lokaljournalismus 2011: Ratlosigkeit auf dem H&#246;hepunkt</title>
		<link>http://www.medienarbeit-zweinull.de/2011/01/30/forum-lokaljournalismus-2011-ratlosigkeit-auf-dem-hoehepunkt/</link>
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		<pubDate>Sun, 30 Jan 2011 09:52:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[	Wohin geht die Reise f&#252;r die lokalen Printmedien? Allj&#228;hrlich um diese Zeit machen sich die Blattmacher auf einer gro&#223;en Tagung Gedanken &#252;ber die eigene Zukunft. 2011 ist die Entwicklungsrichtung unklarer denn je. Sven G&#246;smann, Chefredakteur der Rheinische Post, sprach manchem aus der Seele: Er habe genug von Zeitungskongressen, in denen es haupts&#228;chlich um Facebook und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><strong>Wohin geht die Reise f&#252;r die lokalen Printmedien? Allj&#228;hrlich um diese Zeit machen sich die Blattmacher auf einer gro&#223;en Tagung Gedanken &#252;ber die eigene Zukunft. 2011 ist die Entwicklungsrichtung unklarer denn je. Sven G&#246;smann, Chefredakteur der <em>Rheinische Post</em>, sprach manchem aus der Seele: Er habe genug von Zeitungskongressen, in denen es haupts&#228;chlich um Facebook und Twitter gehe.</strong></p>

	<p>[28. Januar] 2010 war die Kunde von der Pr&#228;sentation des iPad mitten in diese vom Projektteam Lokaljournalismus organisierte Tagung eingeschlagen. Jetzt in Waiblingen, nur ein Jahr sp&#228;ter, war die Zuversicht schon wieder begraben. Da gab es keine gro&#223;e Diskussion mehr: Zahlende Online-Kunden z&#228;hlen bei den meisten Zeitungen gerade mal nach Hunderten &#8211; weniger zumeist, als die Printauflagen verlieren. Die Apps in ihrer heutigen Form werden nicht die L&#246;sung bringen f&#252;r das Problem, mit Zeitungsinhalten im Netz Geld zu verdienen. Wenn es eine solche L&#246;sung denn &#252;berhaupt gibt. Die Ratlosigkeit hat ihren H&#246;hepunkt erreicht.</p>

	<p>Man f&#252;hlt sich sich hin und hergerissen zwischen dem eigenen publizistischen Anspruch, der vom Veranstalter, der Bundeszentrale f&#252;r politische Bildung, beschworenen Verantwortung f&#252;r die Demokratie, und einem Vermarktungssdenken, wie es Bart Brouwers, <em>Chefredakteur Lokaal Online</em>, aus  den Niederlanden propagierte: Bevor man hyperlokale Informationen im Netz anbietet, muss das Gesch&#228;ftsmodell klar sein. Und da kennt er wenig Bedenken &#8211; auch Formate, die die Trennung von Werbung und Anzeige aufheben, bezahlte Texte, die f&#252;r den Leser nicht als solche erkennbar sind, sollen Geld hereinbringen. Auch wenn sie in der Praxis t&#228;glich alle ihre Kompromisse machen mit den den ungeliebten Kollektiven, den reaktionen Zugaben f&#252;r Anzeigenkunden und den PR-Anliegen der Pressemitteilungen &#8211; so weit m&#246;chte denn doch kaum einer gehen.</p>

	<p>&#8222;<strong>Wieder st&#228;rker um das Printprodukt k&#252;mmern&#8221;</strong></p>

	<p>Nach wie vor wird experimentiert. Da werden Redaktionsstrukturen auf den Kopf gestellt, arbeiten schrumpfende oder doch stagnierende Redaktionsteams immer mehr, um die die Online-Schiene zu bedienen, um Themen crossmedia umzusetzen, um Social Media auszuprobieren. Von Aufbruchstimmung aber ist nicht zu sp&#252;ren, eher von von Resignation. So mehren sich die Appelle, sich wieder st&#228;rker um das Printprodukt k&#252;mmern. Man m&#252;sse sich wieder mehr um journalistisches Handwerk k&#252;mmern, sich auf bew&#228;hrte Werte besinnen, Geschichten erz&#228;hlen, auf den Lesernutzen achten. &#8222;Zehn Jahre wird unser Gesch&#228;ftsmodell schon noch tragen&#8221;, ein bezeichnender Satz. Den meisten der versammelten Chefredakteure und Funktionstr&#228;ger der Lokalzeitungen reicht das. Deutsche Zeitungsredaktionen sind &#252;beraltert, Grauk&#246;pfe haben das Sagen in den Chefetagen.</p>

	<p>Nicht dass der Wille zur Innovation generell fehlte. Wer etwa Hans-J&#246;rg Z&#252;rn, Verlagsleiter und Chefredakteur der <em>Sindelfinger/B&#246;blinger Zeitung</em>,  &#252;ber die mehr als Tausende Facebookfans des Blattes und ihren Nutzen schw&#228;rmen h&#246;rt, vergisst seine grauen Haare. Bezogen auf die Reichweite hat kein anderes deutschen Printmedium mehr Erfolg, locker hat man Spiegel und Bild abgeh&#228;ngt. Die Fans sind gro&#223;enteils jung und keine Abonnenten. Ganz nebenbei bedient die 12-Mann-Redaktion den Online-Aufritt und die Sozialen Medien &#8211; eine Online-Redaktion gibt es nicht. 100.000 Euro glaubt Z&#252;rn im laufenden Jahr im Netz zus&#228;tzlich erl&#246;sen zu k&#246;nnen. Ob solche Aktivit&#228;ten die Auflage sichern helfen &#8211; man wei&#223; es nicht.</p>

	<p>So ist das auch beispielsweise bei der in Koblenz ans&#228;ssigen <em>Rhein-Zeitung</em>, die inzwischen crossmedial so gut unterwegs ist, dass ihre aktuellen Videoberichts den <span class="caps">SWR</span> manchmal alt aussehen lassen. Die Redaktion und die beiden Chefredakteure twittern und posten auf Facebook, was das Zeug h&#228;lt, und was in der Social-Media-Welt regional von Interesse ist, findet sich auch im Blatt wieder. Der Ruf der <em>Rhein-Zeitung</em> als Experimentallabor des deutschen Lokaljournalismus ist hervorragend, wie sich die Abonnentenzahlen entwickeln, wird man sehen m&#252;ssen.</p>

	<p>In den Redaktionen gibt es durchaus Bereitschaft, neue Wege auszuprobieren. F&#252;r ein systematisches Innovationmanagent allerdings, wie es G&#228;ste aus der Wissenschaft einforderten, fehlen Geld, Energie und oft auch Einsicht. Junge Journalisten, die wirklich im Netz leben &#8211; die traf man in Waiblingen kaum. Die neue Konkurrenz aus dem Netz erst recht nicht, die langsam auch in der Region und im Lokalen Segment f&#252;r Segment aus dem Markt der &#246;rtlichen Zeitungen herausschneidet. Da l&#228;sst man sich lieber per Powerpoint pr&#228;sentieren, wie sich die lokalen M&#228;rkte in <span class="caps">USA</span> und Gro&#223;britannien entwickeln, und schaudert bei dem Gedanken, dass <span class="caps">AOL</span> oder sonst jemand auch in jede gr&#246;&#223;ere Stadt einen Redakteur installieren k&#246;nnte, der  zum lokalen Geschehen bloggt.</p>

	<p><strong>Kein Monopolgesch&#228;ft mehr</strong></p>

	<p><a name="more-1835"></a> Der schmerzliche Einsicht: Das traditionelle Kerngesch&#228;ft lokaler und regionaler Nachrichten ist eben kein Monopolgesch&#228;ft mehr, es tr&#228;gt alleine, journalistische Qualit&#228;t hin oder her, auf Dauer nicht mehr. Die Konsequenz liegt in der von der Beraterin Katja Riefler vorgetragenen Forderung, in der Weiterentwicklung der Apps das  einheitliche Produkt &#8222;Zeitung&#8221; zielgruppendifferenziert aufzuf&#228;chern. Die Verlagsberaterin von RiSolutions warnte ausdr&#252;cklich davor, komplette Zeitungsinhalte als App verkaufen zu wollen. Gute und damit erfolgreiche Anwendungen f&#252;r Handy und Tablet PC m&#252;ssten einfach und zielgruppenorientiert sein. &#8220;Eine junge Mutter erreiche ich mit anderen Inhalten als einen Gesch&#228;ftsmann.&#8221; Und es sei sinnvoll, sich aktiv in bestehende Angebote einzuklinken, die regionale Informationen b&#252;ndeln,  &#252;ber Facebook und Twitter mit denen eigenen Kunden zu kommunizieren.</p>

	<p>Die Genzen des Mediums hinter sich lassen, diese Konsequenz m&#246;gen wohl die meisten nicht ziehen. Die kurzzeitige Begeisterung der Zeitungsmacher &#252;ber die Apps, so schreib es Lorenz Lorenz-Mayer von der Fachhochschule Darmstadt den Zeitungsmachern ins Stammbuch, sei nichts als die Freude dar&#252;ber gewesen, damit innerhalb der Grenzen des vertrauten Produkts verbleiben zu k&#246;nnen &#8211; mit einem konfektionierten Strau&#223; an Inhalten, mit festen Redaktionsschlusszeiten und allem, was dazu geh&#246;rt. Genau das aber findet in der neuen Medienwelt unserer Tage immer weniger zahlende Kundschaft. Das begriff der eine oder andere vielleicht zum ersten Mal beim Vortrag des Psychologen Jens L&#246;nnecker von Medienforschungsinstitut Rheingold. Die Menschen haben sich ver&#228;ndert. Die schematisierten Tagesabl&#228;ufe und berechenbaren Verhaltensweisen fr&#252;herer Jahrzehnte, in denen die lokale Zeitung ihren Stellenwert hatte, gibt es nicht mehr.</p>

	<p>Die Menschen gestalten ihr Leben viel freier, sie nutzen Gestaltungsfreir&#228;ume in vielf&#228;ltiger Weise. Ein wesentliches Merkmal dieser Situation, so L&#246;nnecker, sei eine permanente Selbst&#252;berforderung. In ihrem Tagesablauf nehmen sich viele Menschen weit mehr vor, als sie bew&#228;ltigen k&#246;nnen. Die Zeitung passt nicht mehr so recht in in diese Tagesplanungen. Zu viel anderes fordert Aufmerksamkeit, kabbert am Zeitbudget. Wer Information braucht, holt sich sich heute sehr viel gezielter von einschl&#228;gigen Newsaggregatoren.  Und was den Lokalzeitungsmachern besonders zu denken geben muss: Was ist f&#252;r heutige Menschen noch Heimat? Zu junge zumal, die mobil sind und in Facebook zuhause, die &#8222;Freunde&#8221; auf der ganzen Welt haben? F&#252;r sie ist der lokale Raum nicht mehr gar so wichtig, muss der Heimatbegriff anders gefasst werden. Doch was hei&#223;t das praktisch?</p>

	<p><strong>Grenzen des Mediums hinter sich lassen</strong></p>

	<p>Es verlangt zum einen, dass die Journalisten sich im direkten Gespr&#228;ch, im Dialog mit ihren Leser f&#252;r die Themen &#246;ffnen, die diesen gerade unter den N&#228;geln brennen &#8211; ob diese im Verbreitungsgebiet spielen oder nicht. Und je mehr Nachrichten alle Medienkan&#228;le fluten, desto wichtiger wird eine Instanz, die in der Lage ist, Hintergr&#252;nde zu erkl&#228;ren, Zusammenh&#228;nge aufzuzeigen, auch begr&#252;ndet Positionen zu beziehen. Und das &#252;ber alle verf&#252;gbaren Medienkan&#228;le. Alles, was sich an Service und Dienstleistungen f&#252;r den Leser mit diesem Anliegen vertr&#228;gt und zur Finanzierung des journalistischen Anliegen beitr&#228;gt, ist gut. Alles was die journalistische Qualit&#228;t und Glaubw&#252;rdigkeit des Medium untergr&#228;bt, ist kontraproduktiv, auch wenn es Geld in die Kasse bringt.</p>

	<p>Denn zus&#228;tzlich zur Berichterstatterpflicht w&#228;chst dem Moderieren unterschiedlicher, oft widerstrebender Anliegen im Lokalen immer mehr Bedeutung zu. Oder wie es Thomas Kr&#252;ger, der Pr&#228;sident der Bundeszentrale f&#252;r politische Bildung formulierte: &#8222;Die Lokalpresse &#8211; das hat vor allem die Debatte um Stuttgart 21 verdeutlicht &#8211; muss wieder mehr am Puls der B&#252;rger sein und Volkes Stimme lauschen, wenn sie ihre Rolle als Kompass und Navigator behaupten will. An Stuttgart 21 hat sich letztlich gezeigt, welche &#252;berregionale Dynamik ein lokales Geschehen entwickeln kann &#8211; und das begreife ich als gro&#223;artige Perspektive f&#252;r einen Lokaljournalismus, der b&#252;rgernah und interaktiv sein will. Wenn es gelingt, solche notwendigen Diskussionsprozesse noch st&#228;rker anzusto&#223;en und soziale Bewegungen zur Zufriedenheit m&#246;glichst vieler B&#252;rger zu moderieren, sind wir vielleicht schon auf dem goldrichtigen Weg.&#8221;</p>

	<p>Ob diese Eingliederung an eine neue Dialogkultur lokale Tageszeitungen in gr&#246;&#223;erem Umfang auf Dauer retten wird, wird sich zeigen m&#252;ssen. Weitermachen wie bisher ganz sicher l&#228;uft auf darauf hinaus, sich auf jeden Fall &#252;berfl&#252;ssig zu machen. <em>(mb)</em></p>
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		<item>
		<title>&#8220;Grundkurs B&#252;rgerjournalismus&#8221;</title>
		<link>http://www.medienarbeit-zweinull.de/2010/06/10/grundkurs-buergerjournalismus/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 14:24:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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	Die Fans innovativer Gesch&#228;ftsmodelle im Internet jubeln, der Deutsche Journalistenverband gibt sich pflichtgem&#228;&#223; entsetzt: In dieser Woche ging mit Tvype eine neue Plattform an den Start, die Fotos und Videos von Hobby-Reportern, aber auch von Profis honorarpflichtig an die Medien bringen will &#8211; und die Medien bei Bedarf an passende B&#252;rgerreporter. Die Nutzer k&#246;nnen Profile [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><!-- @page { margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } A:link { so-language: zxx } --></p>

	<p>Die Fans innovativer Gesch&#228;ftsmodelle im Internet jubeln, der Deutsche Journalistenverband gibt sich pflichtgem&#228;&#223; entsetzt: In dieser Woche ging mit <em>Tvype</em> eine neue Plattform an den Start, die Fotos und Videos von Hobby-Reportern, aber auch von Profis honorarpflichtig an die Medien bringen will &#8211; und die Medien bei Bedarf an passende B&#252;rgerreporter. Die Nutzer k&#246;nnen Profile anlegen, der Profi-Zugang bietet sogar Upload per <span class="caps">FTP</span>. Redaktionen m&#252;ssen sich registrieren lassen, k&#246;nnen sich sogar eine individuelle Eingabemaske ordern &#8211; nur so ist der Zugang m&#246;glich. Nachrichtenagenturen bleiben au&#223;en vor. Daniel Holle steigt mit seiner Plattform <a href="http://www.tvype.com/" target="_blank">Tvype</a> nicht ganz klein in der Gesch&#228;ft mit den B&#252;rgerreportern ein, das Medien wie <span class="caps">BILD</span>, Saarbr&#252;cker Zeitung oder Center.tv angefangen haben. 100.000 Euro aus Br&#252;ssel und ein Betrag X eines Privatinvestors, der unbekannt bleiben will, bilden eine sichere Basis f&#252;r zwei Jahre. Entstehen soll ein professioneller und strukturierter Weg, auf dem B&#252;rgerreporter ihr Material schnell in die Redaktionen bekommen. Zehn Mitarbeiter pr&#252;fen laut Holle jedes Angebot unter nachrichtlichen, ethischen und presserechtlichen Aspekten. Ob das reicht, um Qualit&#228;t zu sichern, wird die Praxis zeigen. Jetzt muss sich Tvype nur noch bekannt machen &#8211; und hoffen, dass Menge und Qualit&#228;t des Materials die Interessenten &#252;berzeugt.</p>

	<p>Die Sorge des Deutschen Journalistenverbandes wegen Qualit&#228;tsverlust und Lohndumping ist sicher nicht unberechtigt. Aber diese Entwicklung ist bereits unter dem Druck der &#214;konomie von den Verlagen eingeleitet und wird nur noch ein wenig beschleunigt. Mindestens ebenso bedenklich mag man es finden, dass die Gesellschaft unaufhaltsam noch in den letzten Winkel ausgeleuchtet und vieles in Bild gesetzt wird, was besser im Privaten bliebe. Aber solche &#220;berlegungen sind m&#252;&#223;ig. Die Ausbreitung des B&#252;rgerreporters ist ein weiteres Indiz daf&#252;r, dass die D&#228;mme brechen und der professionelle Medienjournalismus unaufhaltsam an Terrain verliert.</p>

	<p>Anstatt zu jammern, sollten wir uns darauf konzentrieren welche positiven M&#246;glichkeiten die Entwicklung in sich birgt. Es kann bei allen Problemen nicht nur fatal sein, wenn die Beteiligung am gesellschaftlichen Diskurs entmonopolisiert und in allen ihren Formen auf eine breitere Basis gestellt wird. Diese Entwicklung wird auch nicht auf die Bildberichterstattung beschr&#228;nkt bleiben, auch wenn der Zugang dort leichter ist. Immer mehr Menschen werden auch das Schreiben und das Gestalten von TV- und Audiobeitr&#228;gen f&#252;r sich entdecken. Sicherlich wird es im Netz immer mehr journalistische gestaltete Medien geben, in denen Menschen ohne journalistische Ausbildung agieren. Journalist wird sein, und das kn&#252;pft an eine alten Tradition an, wer als Journalist t&#228;tig wird &#8211; ob f&#252;r viel, wenig oder gar kein Geld, spielt keine Rolle.</p>

	<p>Warum sollte es nicht ganz abseits von Gesch&#228;ftsmodellen eine interessante gesellschaftliche Aufgabe sein, die &#8222;B&#252;rgerjournalisten&#8220; unter die Fittiche zu nehmen. Ihnen die Grundbegriffe von journalistischem Handwerk und journalistischer Ethik beizubringen. Vom <span class="caps">DJV</span> als STandesvertretung wird man das nicht verlangen k&#246;nnen. Aber die Volkshochschulen beispielsweise k&#246;nnten hier st&#228;rker aktiv werden. Die Bundeszentrale f&#252;r politische Bildung, die seit Jahrzehnten verdienstvoll die journalistische Kompetenz der Lokaljournalisten f&#246;rdert, k&#246;nnte vielleicht hier ein sinnvolles und zukunftstr&#228;chtiges Bet&#228;tigungsfeld finden. Vielleicht sollte &#252;berhaupt Medienkunde in diesem Sinne im Bildungssystem einen ganz anderen Sinn bekommen &#8211; als &#8220;Grundkurs B&#252;rgerjournalismus&#8220;. <em>(bl)</em></p>
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		<title>&#8220;Twitter ist ein Nachrichtenmedium&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 18 May 2010 12:13:36 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[	(nsb) Ob f&#252;r Deutschland gilt, was in Korea gemessen wurde, wird sich erst erweisen. Immerhin ist hochspannend, was eine Forschergruppe in dem s&#252;dkoreanischen Wissenschaftszentrum &#8220;Kaist&#8221; herausgefunden hat. Die Forscher haben Twitterer und ihre Follower auf die versandten Inhalte untersucht und kommen zu dem Ergebnis, hier entstehe eine alternative Nachrichtenb&#246;rse. Besonders interessant: Alternative Medien spielen dabei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>(nsb) Ob f&#252;r Deutschland gilt, was in Korea gemessen wurde, wird sich erst erweisen. Immerhin ist hochspannend, was eine Forschergruppe in dem s&#252;dkoreanischen Wissenschaftszentrum &#8220;Kaist&#8221; herausgefunden hat. Die Forscher haben Twitterer und ihre Follower auf die versandten Inhalte untersucht und kommen zu dem Ergebnis, hier entstehe eine alternative Nachrichtenb&#246;rse. Besonders interessant: Alternative Medien spielen dabei als Quelle f&#252;r Nachrichtenstoff eine deutlich gr&#246;&#223;ere Rolle als traditionelle Platzhirsche wie zum Beispiel <span class="caps">CNN</span> oder <span class="caps">NYT</span>-Online. Nachzulesen bei: <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2010/05/06/twitter-ist-mehr-nachrichtenmedium-als-soziales-netzwerk.aspx">http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2010/05/06/twitter-ist-mehr-nachrichtenmedium-als-soziales-netzwerk.aspx</a></p>
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		<title>Interne Kommunikation: Weg von den Hochglanzmagazinen</title>
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		<pubDate>Fri, 07 May 2010 14:22:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Interne Kommunikation]]></category>

		<category><![CDATA[Mitarbeiterzeitschrift]]></category>

		<category><![CDATA[PR]]></category>

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		<description><![CDATA[	(MB) &#8222;Unternehmen k&#246;nnen ihre Innovationsprozesse nur durch kommunikative und aktive Einbindung der Mitarbeiterschaft erfolgreich gestalteten.&#8221; Ein markiger Satz, in diesem Falle von Unternehmensberaterin und Management-Trainerin Gisela Hagemann in ihrem neuesten, gerade von der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Qualit&#228;t herausgegebenen Buch.

	Der Satz k&#246;nnte aber von einem x-beliebigen Spitzenmanager aus einem x-beliebigen deutschen Unternehmen stammen &#8211; nicht nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>(MB) <em>&#8222;Unternehmen k&#246;nnen ihre Innovationsprozesse nur durch kommunikative und aktive Einbindung der Mitarbeiterschaft erfolgreich gestalteten.&#8221;</em> Ein markiger Satz, in diesem Falle von Unternehmensberaterin und Management-Trainerin Gisela Hagemann in ihrem neuesten, gerade von der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Qualit&#228;t herausgegebenen Buch.</p>

	<p>Der Satz k&#246;nnte aber von einem x-beliebigen Spitzenmanager aus einem x-beliebigen deutschen Unternehmen stammen &#8211; nicht nur Politiker haben ihre Sonntagsredenfloskeln. Die Realit&#228;t ist: Die meisten Unternehmen kommunizieren &#252;berhaupt nur top down mit ihren Mitarbeitern; unbequeme Meinungs&#228;u&#223;erungen haben nicht stattzufinden, weder nach innen noch nach au&#223;en. Und deshalb findet sich heute schon in manchen Arbeitsvertr&#228;gen der Passus, dass die Mitarbeiter, wenn sie sich auf sozialen Plattformen bewegen, &#252;ber ihren Arbeitgeber und ihre T&#228;tigkeit den Mund zu halten haben.</p>

	<p>Top-Down-Kommunikation: <em>&#8222;&#220;ber 93 Prozent der in einer Studie befragten deutschen Kommunikationsmanager sehen in einer professionell produzierten Mitarbeiterzeitschrift das wichtigste Instrument der internen Unternehmenskommunikation.&#8221;</em> So hei&#223;t es auf der Homepage einer Firma, die von der Gestaltung solcher Medien lebt. Und: <em>&#8222;Journalistisch und gestalterisch muss die Zeitschrift den Interessen und Erwartungen der Mitarbeiter entsprechen.&#8221; </em>Wie schwierig bis unm&#246;glich letzteres ist, wei&#223; jeder Praktiker. Und hinter vorgehaltener Hand ist von Verantwortlichen nicht selten zu h&#246;ren, wie wenig sie selber von ihrer Aufgabe &#252;berzeugt sind.</p>

	<p>Fragt man gar die Redakteure von Mitarbeiterzeitschriften, kommt das ganze Elend zu Tage: Sie leiden regelrecht (so lange sie jung und engagiert sind) unter dem Spagat, eine professionell gemachte Zeitung, eine Zeitschrift oder ein Magazin machen zu sollen, ohne journalistisch arbeiten zu d&#252;rfen. Niemand sp&#252;rt direkter als sie, was die Kollegen von dem Produkt halten &#8211; gar nichts.</p>

	<p><strong>Dilemma liegt im journalistischen Ansatz.</strong></p>

	<p>Das Problem liegt nicht in der Hochglanzgestaltung &#8211; die ist unn&#246;tig, aber nicht sch&#228;dlich. Schwierigkeiten macht ein hoch gepriesener journalistischer Qualit&#228;tsanspruch, den auch ich lange Zeit in Seminaren, Workshops und Kongressen hochgehalten habe. Wir m&#252;ssen  Lesererwartungen befriedigen, dachte ich, die von kommerziellen Medien gepr&#228;gt sind. Das war zu kurz gedacht &#8211; man wird dazulernen d&#252;rfen.</p>

	<p>Der Widerspruch l&#228;sst sich nicht idealistisch aufl&#246;sen: Da hilft keine &#220;berzeugungsarbeit im Unternehmen, Chefs m&#252;ssten  im Sinne der Glaubw&#252;rdigkeit auch kritische T&#246;ne aushalten, wirklichen Dialog zulassen &#8230; und so weiter. Sie m&#252;ssen nicht, und sie tun es nicht. So bringt die Analyse selbst gut gemachter Mitarbeitermagazine immer das gleiche Ergebnis: Zum Beispiel die seitenlangen Interviews &#252;ber Unternehmensstrategie in einer uns&#228;glichen Managementsprache. Da geht eben kein Journalist kritisch dazwischen, die Fragen sind erkennbar Formalit&#228;t, sie liefern die Stichworte f&#252;r die Antworten.</p>

	<p>Die Mitarbeiter sind nicht dumm, sie merken, wenn ein Interview eigentlich ein Monolog ist, wenn der R&#252;ckblick aufs vergangene Jahr die Probleme ausspart, wenn die Entwicklungsabteilung ihre Arbeit hochjubelt, obwohl die Konkurrenz technisch um Jahre voraus ist. Sie f&#252;hlen sich auf den Arm genommen, wenn Reportagen aus der Arbeitswelt Idyllen schildern, denn sie kennen die Wirklichkeit. Sie sehen ja, dass sie selber zwar als bunter Content im Blatt erw&#252;nscht sind &#8211; von der Fu&#223;ballmannschaft bis hin zum Literaturzirkel am Feierabend, aber nicht als verantwortlich mitdenkende Mitarbeiter, die auch konstruktive Kritik &#252;ben.</p>

	<p>Die Mitarbeiter wissen durchaus, was Journalismus ist, und sehen, wo Journalismus vorget&#228;uscht wird. Gerade die Printmedien &#8211; das ist der Kern des Problems &#8211; stehen ja f&#252;r eine kulturelle Tradition: Sie decken auf, kritisieren, schildern auch Aspekte der Realit&#228;t, die nicht sch&#246;n und nicht erfreulich sind. Das ist wohlgemerkt nur ein Teil des Themenmixes klassischer Zeitungen und Zeitschriften &#8211; wo er aber v&#246;llig fehlt, ist das Verdikt glasklar: ein K&#228;sebl&#228;ttchen!</p>

	<p>Schuld daran haben nicht die Redakteure dieser Bl&#228;tter &#8211; sie wissen am besten um die Achillesverse und sind trotzdem auf ihren Job angewiesen. Den Vorstandsvorsitzenden unterbrechen, um K&#252;rze und Verst&#228;ndlichkeit anzumahnen, um die kritischen Fragen der Mitarbeiter zu stellen &#8211; das macht niemand mehr als einmal. Schuld haben auch nicht immer die Verantwortlichen in den F&#252;hrungsetagen: Vorstandsvorsitzende, die eine kritisches Mitarbeitermedium aus &#220;berzeugung tolerieren wollten, habe ich selbst kennengelernt. Es hat nicht viel geholfen, in der zweiten oder dritten Managementreihe wollen viele es nicht.</p>

	<p>Organisationen in Deutschland (und wohl auch anderswo), wie sie heute beschaffen sind, halten eine Mitarbeiterpublizistik mit selbst kontrollierter Meinungsfreiheit, halten ein ernsthaft dialogorientiertes Medium nicht aus. Womit die Frage nicht gekl&#228;rt ist, ob ein solches Medium den Nutzen bringen k&#246;nnte, f&#252;r den das Unternehmen Geld ausgibt: Ver&#228;nderungsprozesse begleiten, Mitarbeiter motivieren und die Identifikation mit dem Unternehmen f&#246;rdern. M&#246;glicherweise ja, aber der Beweis steht aus. Die wenigen ernsthaften Versuche waren selten von ausreichender Dauer, um belastbare Aussagen davon ableiten zu k&#246;nnen.</p>

	<p>Ich empfehle einen anderen Weg, der sich gerade in Hinblick auf die neuen technischen M&#246;glichkeiten geradezu anbietet: den konsequenten Weg ins Netz. Das gedruckte Mitarbeitermagazin muss deshalb nicht gleich ganz gestrichen werden. Es hat nach immer noch seine Berechtigung, nicht nur dort, wo gr&#246;&#223;ere Belegschaftsteile ihre Arbeitszeit nicht am Schreibtisch oder am Laptop verbringen. Aber es muss  in seinen Aufgaben neu definiert und mit der multimedialen Mitarbeiterkommunikation im Intranet eng verzahnt werden.</p>

	<p><strong>Fernsehformate eignen sich besser</strong></p>

	<p>Die Betonung liegt auf multimedial. Dass Information im Unternehmensnetz schnell und aktuell ist, ist richtig und wichtig und soll genutzt werden. Mitarbeiter &#252;berzeugen, motivieren und an das Unternehmen binden kann man damit alleine nicht. F&#252;r den Transport emotionaler Botschaften sind die Darstellungsformen des Fernsehens wesentlich besser geeignet als gedruckter Text. Bewegtes Bild und Ton &#8211; die Pr&#228;senz und Unmittelbarkeit von Menschen, die f&#252;r da Unternehmen stehen, lassen sich heute recht unaufw&#228;ndig nutzen. Video-Streams sinnvoll eingesetzt, sind sehr viel authentischer &#8211; es muss nicht gleich richtiges Unternehmens-TV sein.</p>

	<p>Das Live-Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden l&#228;sst sich viel unangestrengter h&#246;ren als lesen, und wenn er eine halbwegs charismatische Pers&#246;nlichkeit ist, wird er mit Mimik und Gestik einiges davon &#252;ber den Bildschirm bringen. Die Reportage aus der Arbeitswelt mit Kamera und Mikrofon gibt das Gef&#252;hl, vor Ort mit dabei zu sein und wird deshalb viel unkritischer gesehen. Und selbst f&#252;r die Nachrichtengebung er&#246;ffnen sich mit bew&#228;hrten TV-Formen wie <span class="caps">NIF </span>(Nachricht im Film) oder gestalteten Kurzbeitr&#228;gen neue Welten.</p>

	<p>Das ganze Repertoire der Fernsehformate steht zur Verf&#252;gung &#8211; vom Magazin bis zur Talkshow. Und &#8211; hier schlie&#223;t sich der Kreis &#8211; die Erwartungshaltung der Menschen gegen&#252;ber elektronischen Medien und ihre Nutzererfahrungen sind v&#246;llig andere als bei den Printmedien. Kritischer Journalismus, Enth&#252;llung und Analyse geh&#246;rt hier viel weniger zum Kerngesch&#228;ft, sind zwar nicht ausgeschlossen, werden aber auch nicht zwingend erwartet.</p>

	<p><strong>Keine Angst vor Web 2.0</strong></p>

	<p>Wo der Dialog mit den Mitarbeitern gesucht wird, empfiehlt es sich, &#252;ber Kommentarfunktionen nachzudenken und einen Blick auf Vor- und Nachteile des Mitarbeiter-Blogs oder des <span class="caps">CEO</span>-Blogs zu werfen. Das alles mag mit Risiken behaftet sein, ist aber auch mit gro&#223;en Chancen verbunden &#8211; und auf jeden Fall im geschlossenen Netz leichter im Griff zu behalten als alle fr&#252;her oder sp&#228;ter gescheiterten Versuche, &#252;ber Printmedien den Dialog zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeitern zu suchen.</p>

	<p>So liegt es auf der Hand, dass das Web mit seinen neuen, vielf&#228;ltigen M&#246;glichkeiten im Zentrum steht. F&#252;r das gedruckte Magazin erw&#228;chst hieraus ein neues Selbstverst&#228;ndnis und eine neue Funktion: Sie wird im Kern zum &#8222;Programmheft&#8221; f&#252;r das Angebot des Unternehmens im Netz. Was aber keineswegs bedeutet, dass sie nur eine Hinweisfunktion h&#228;tte und weitgehend frei von eigentlichen Inhalten w&#228;re. Im Gegenteil: Indem sie den Ballast anspruchsvoller journalistischer Darstellung von Inhalten abwirft, gewinnt sie auch Spielraum und Freiheiten. F&#252;r das ausf&#252;hrliche Video-Interview mit dem h&#246;chsten Boss wird sie auf drei&#223;ig bis f&#252;nfzig Zeilen durch eine knackige und gute lesbare Zusammenfassung von Kernaussagen werben k&#246;nnen. Auf die Reportage aus dem Montagewerk macht sie vielleicht Lust mit einem kurzen Portr&#228;t einer Mitarbeiterin, die bei den Dreharbeiten involviert war und von ihren Eindr&#252;cken erz&#228;hlt. Und zu einem aktuellen Thema einige originelle Blog-Beitr&#228;ge zusammenzustellen, kann auch einen lesenswerten Text ergeben.</p>

	<p>Um diese Kernfunktion des Programmhefts kann sich einiges an Rubriken ranken: von kurzen, knappen Service-Themen &#252;ber Foto-Reportagen bis hin zu popul&#228;ren Erl&#228;uterung besonders abstrakter oder komplexer Themen, die durch gedruckten Text immer noch am besten und nachhaltigsten zu vermitteln sind. Es kommt eben darauf an, die unterschiedlichen St&#228;rken von Print und neuen Online-M&#246;glichkeiten sinnvoll zu nutzen. N&#228;heres muss eine an der Situation eines konkreten Unternehmens orientierte Konzeption kl&#228;ren.</p>

	<p>Wenn Innovation und Ver&#228;nderung nur gelingen, wenn sie den Mitarbeitern vermittelt werden k&#246;nnen, hei&#223;t im Umkehrschluss: Kommunikationsprozesse sind in hohem Ma&#223;e erfolgskritisch und m&#252;ssten in das Qualit&#228;tsmanagement einbezogen werden. In diesem Sinn w&#228;re es interessant, wenn sich eine deutsche Gesellschaft f&#252;r Qualit&#228;t ein wenig st&#228;rker auch um die Qualit&#228;t der Kommunikationsprozesse in einem Unternehmen k&#252;mmern und Leitlinien daf&#252;r entwickeln w&#252;rde.</p>
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